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Fähre bringt Touristen auf kleine Insel im Phoenix-See

07.06.2001 / LOKALAUSGABE / DORTMUND S

Hörde. Still ruht noch der Phoenix-See, doch schon reifen die Pläne für eine erste Attraktion: Dr. Siegbert Panteleit (Inpro) dreht das Schwungrad für den Nachbau der Schollschen Fähre, die 74 Jahre lang bis 1844 Menschen, Vieh und Lasten flussüberschreitend auf der Ruhr bei Mühlheim beförderte.  

Die Werft soll auf Phoenix-West im ehemaligen Kohlenbunker eingerichtet werden. Arbeitslose Jugendliche und ehemalige Hoeschianer - Stahlbauer und Schreiner - legen dort gemeinsam Hand an. Interesse zur Zusammenarbeit haben bereits die Bauunternehmung Freundlieb und Stahlbau Rüter aus Hörde signalisiert. Anträge auf Förderung liegen beim Arbeitsamt Dortmund vor. Panteleit schwebt die Gründung eines neuen Touristik-Unternehmens vor, das den Fährdienst auf dem Phoenix-See vermarktet: Die Überfahrt zu einer kleinen Insel wird zum "Event, das durchaus fünf Mark pro Person kosten darf. Die Fähre wird also Geld erwirtschaften". Auf der Insel könnten beispielsweise auch Feiern steigen. Der Hörder nimmt neben Stahlbauern und Schreinern IT-Fachkräfte mit an Bord. Die Computer-Experten legen eine Webseite an. Buchungen über das Internet sind somit möglich. Panteleit will ein Zeichen setzen, damit die Diskussion um den See nicht abebbt. Der Bootsbau auf Phoenix-West hat somit Symbolkraft wie die Arche Noah. Es gilt das Prinzip Hoffnung. Die Fähre wird schon die Richtung weisen, ehe der erste Bagger auf Phoenix-Ost angerollt ist, um den großen See auzukoffern. Das Zukunftsprojekt vereint drei Partner: Tertia AG aus Mühlheim, Grünbau GmbH aus Dortmund und Inpro. Die Tertia verfügt über eine ausgezeichnete Erfahrung im Umgang mit Schiffsbauern. Die erste Kopie der Schollschen Fähre schippert seit 1999 auf der Ruhr. Nach halbjähriger Bauzeit taufte Tengelmannchef Erivan Haub das Transportmittel persönlich auf den Namen seines Urgroßvaters Hermann Scholl. Er dankte den jugendlichen Schiffsbauen mit je einem Gutschein für ein Mountain-Bike und einer Ausbildungsplatzzusage im Einzelhandel der Tengelmann-Gruppe . . . "Das Ruhrgebiet", so das Echo aus Mühlheim, "ist um eine Attraktion reicher." Die historische Fähre verkehrt seit dem Stapellauf als Touristenmagnet. Das Vorhaben in Mühlheim realisierten das Arbeitsamt, das Amt für Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung sowie die Europäische Union. Die Gesellschaft zur Förderung der Arbeitsaufnahme mbH (GFA) und die Bootswerft Hesse steuerten das Know-How bei - Joint-Venture zum Nachahmen.

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