02.07.2001 / LOKALAUSGABE / DORTMUND S
Hörde. Spekulieren erlaubt: Was passiert, wenn der Blick von der Weingartenstraße und der Straße Am Remberg künftig nicht mehr auf Schlote und Werkshallen fällt, sondern auf Seerosen und Segelboote?
Dann könnte sich eine der unattraktivsten Wohnlagen der Stadt in eine Top-Adresse verwandeln. Diese Vorstellung hat ihren Reiz. Grundstücke in Ufernähe eines Phoenix-Sees dürften Begehrlichkeiten wecken. Zurzeit liegt der Quadratmeter-Preis an der Weingartenstraße laut Bodenrichtwertkarte des Gutachterausschusses für Grundstückswerte bei 250 Mark pro Quadratmeter bei 3-geschossiger Bebauung. Das ist im Vergleich nicht viel. An der Stadtkrone Ost müssen Kaufinteressenten im Moment rund 500 Mark für den Quadratmeter auf den Tisch legen, in Lücklemberg sind es bis zu 700 Mark. Eine genaue Prognose, wie sich die Preise am Nordufer eines künftigen Phoenix-Sees entwickeln werden, wagt noch kein Experte. Schließlich liegt noch nicht einmal die Machbarkeitsstudie über das Projekt vor. Und wer den See bezahlen soll, steht in den Sternen. "Man muss abwarten", meint Immobilienmakler Peter Luis. Wertzuwachs für Grund und Boden sei zu erwarten. Ob dies allerdings für die Gebäude an Weingatenstraße/Am Remberg gelte, sei zweifelhaft. Denn die sind heute zum Teil nicht sehr ansehnlich. Immerhin habe sich bereits ein Interessent bei Luis nach Phoenix-Ost erkundigt. Bernd Baake, Mitglied im Ring Deutscher Makler, will keine konkrete Vorhersage wagen, kann sich aber eine "erhebliche Aufwertung" der Flächen durchaus vorstellen.
Auch Rosi Portugall, Maklerin aus Hombruch, geht davon aus, dass die Preise steigen. Sie spricht sogar von einer "Klein-Gartenstadt" am Phoenix-See. Gebäude seien interessant - gute Bausubstanz vorausgesetzt. Auch in Dortmunds Norden seien Flächen in den letzten Jahren aufgewertet worden. Michael Mönig, Geschäftsführer von Haus & Grund, geht davon aus, dass die Preise im Zuge der Realisierung von Phoenix-Ost "eher langsam steigen". Das Marktgeschehen werde zeigen, wohin die Reise geht. Ratschläge für Hauseigentümer seien schwierig, vieles Spekulation.
