Dortmund Süd, 23.04.2007, Von Klaus Brandt
Hörde. Was löste die Sprengung auf dem Phoenix-See-Gelände am 18. Mai 2006 aus? Ein kleines Erdbeben, sagen Anwohner. Einen Sturm im Wasserglas, meint der Sprengmeister. Die Linke im Rat rollt jetzt ein Ereignis auf, bei dem vieles im Dunklen liegt.
Am 18.5.2006 hatte Wilhelm Witzgall 275 Kilo Sprengstoff in den Boden gesteckt und hochgejagt. Die Ladung sollte acht Meter tiefe, 500 Kubikmeter starke Stahlbetonbrocken im Boden aufbrechen. Doch nicht nur die sollen einen Knacks bekommen haben. "Seit der Sprengung habe ich Risse im Haus", klagt Klaus Tillmann. Er saß an besagtem Abend in seinem Garten an der Weingartenstraße. "Plötzlich wurde ich aus dem Liegestuhl hoch geschleudert und wieder fallen gelassen", erinnert er sich. Richard Kelber spürte die Erschütterung in seinem Haus an der Hörder Semerteichstraße: "Es gab einen Rumms, dann wackelte mein Hintern." Er führt auch Haarrisse im Boden der Hörder Commerzbank auf die Detonation zurück.
Doch das alles ist kaum zu beweisen, denn Aufzeichnungen über die ominöse Sprengung gibt es nicht. Erst nach Bürgerbeschwerden über den Erdstoß wurden Messstationen eingerichtet. Dass die Zeiger bei den folgenden Detonationen nicht nennenswert ausschlugen, sagt nichts über den 18.5.2006. Tillmann: "Damals gab es zehn bis zwölf Beschwerden, die sich kurioserweise rund um den geplanten See verteilten - von Schüren bis zum oberen Remberg." Als Ursache komme nur die Sprengung in Frage.
Sprengmeister Witzgall bestritt diesen Zusammenhang jüngst vor der Bezirksvertretung Hörde. Das Gremium lehnte später einen Bürgerantrag ab, der nach den Ursachen der Erschütterungen vom letzten Mai fragte.
Die Linke hakt hier nach. In einer Anfrage zur Ratssitzung am 10. Mai fragt Ratsvertreter Wolf Stammnitz unter anderem, ob die Verwaltung die restlose Aufklärung des Sachverhalts von Interesse für die Stadt und die vorhandenen und zukünftigen Phoenix-See-Anlieger hält, was die Verwaltung über die Ursache der schweren Erschütterungen im Hörder Raum am 18.5.2006 weiß, ob die Stadt mit Sicherheit ausschließt, dass die Sprengung Bergbewegung auslöste, welche sonstigen Ursachen in Frage kämen, wer die Überprüfung der Ursachen veranlassen könne, wer diese Überprüfung dann durchführen könne.
